Ulrich Hinse: Die Petermännchenpuppe

Das Grauen geht um in dem kleinen Dorf Pinnow wenige Kilometer östlich des Schweriner Sees. Innerhalb kürzester Zeit werden mehrere Tote in der näheren Umgebung gefunden. Bei allen befindet sich eine Stoffpuppe, die in Schwerin als Andenken an den Schlossgeist verkauft wird. Das Petermännchen.
Die Kriminalisten um Raschke, den Leiter der Mordkommission Schwerin, ermitteln hektisch, aber es finden sich so gut wie keine Hinweise oder Spuren. Es ist zum Verzweifeln. Eigentlich könnte es nur ein Einwohner des kleinen Örtchens Pinnow sein. Einer, der auch im Winter mit dem Fahrrad fährt. Es gibt Hinweise, aber keine Beweise.
Als dann noch das Mitglied einer Rockergang zu Tode kommt, die in einem Nachbarort ihr Quartier hat, mischen plötzlich noch ganz andere bei den Ermittlungen mit. Die Polizei gerät unter Druck.
Gelingt es dem Ersten Kriminalhauptkommissar Raschke mit seinen Leuten, den Täter festzunehmen, bevor die Sache eskaliert?
Ein spannender Krimi aus der Gegend in und um Schwerin.

Leseprobe

Raschke stand gegen Mittag mit Schrader, Biggi und einem halben Dutzend KT-Leuten im Zietlitzer Wald an der Straße nach Sukow.
„Es ist mal was anderes“, brummte Schrader, „es ist nicht mitten in der Nacht. Und ein Nackter. Und mit kaputten Socken an den Füßen. Mal was Neues.“
Raschke sah ihn nicht an, sondern legte den Finger auf den Mund. Dabei blickte er zu Albino hinunter. Dr. Schade beugte sich gerade über den Toten. Er sprach mit ihm.
„Na, dann wollen wir mal sehen, starker Mann, was dich vom Leben zum Tode befördert hat.“
Er inspizierte die Leiche ziemlich intensiv, wobei er mit seinen Lippen fast den Hals des Toten berührte.
„Es gibt Spuren petechialer Blutaustritte, weniger als ein Millimeter tief, an Augenlidern, Lippen, Ohren, Gesicht und Hals. Eine Folge von Sauerstoffmangel im Gewebe und einen kleinen Einstich in der Brust. Aber nicht am Herzen. War bestimmt nicht tödlich.“
Er nahm den rechten Arm des Toten hoch und untersuchte die Haut.
„Unter den Tätowierungen sind Narben und die deuten auf ältere Verletzungen, wahrscheinlich Verbrennungen am rechten Unterarm und der rechten Hand hin. Möglicherweise die Folge einer Explosion. Auch auf der Brust hat er viele kleine Narben. Vermutlich Schnitte mit einem Messer. Irgendjemand hat ihn früher mal regelrecht aufgeschlitzt. Nachdem, was ich so sehen kann, ist aber keine der Wunden sehr tief. Die Klinge hat keine inneren Organe oder eine Hauptschlagader bedroht. Der Mann hier ist extrem kontrolliert gefoltert worden. Wenn sie mich fragen, war der schon vor längerer Zeit Opfer in einem Bandenkrieg. Vielleicht Motorradgangs, so wieder aussieht.“
Der Pathologe klang, als er die Narben inspizierte, ziemlich beeindruckt, wie ein Chirurg, der die Arbeit eines Kollegen bewundert.
„Wenn ich Sie richtig verstanden habe“, brummte Raschke, „dann liegen die Folterverletzungen aber schon längere Zeit zurück. Stimmt das?“
„Ja, das ist richtig. Die Explosionsverletzung auch. Bestimmt schon zwei oder mehr Jahre.“
„Das mit den Socken ist aber schon sehr merkwürdig. Es sieht aus, als hätte ihn jemand ausgezogen und nur die Socken angelassen.“
„Ja“, echote Dr. Schade, „sehr merkwürdig. Ergibt eigentlich keinen Sinn. Aber das ist Ihr Problem, Raschke, nicht meines. Aber helfen Sie bitte einmal, den dicken Burschen umzudrehen.“
Raschke schaute durchdringend auf Schrader, der sich gerade absetzen wollte. Etwas umständlich zog er sich die Gummihandschuhe über und auf ein Zeichen von Dr. Schade drehten sie den Toten um. Den letzten Schwung musste Dr. Schade allein aushalten, weil Schrader los gelassen hatte und das führte dazu, dass er fast auf die Leiche gefallen wäre.
„He, Hoppla, warum lassen Sie denn so früh los. Sagen Sie wenigstens etwas“, maulte der Arzt.
Aber Schrader krächzte nur irgendetwas Unverständliches. Raschke bekam einen Schluckauf und Biggi stieß einen spitzen Schrei aus.
„Die Puppe. Da liegt das Petermännchen“, gurgelte Raschke, „ich glaube ich werde verrückt. Wer legt sich denn mit solch einem Brocken von Menschen an. Das muss ja ein Übermensch sein.“
„Oder einer, der mit allem abgeschlossen hat und dem es eigentlich egal ist, was mit ihm selbst passiert“, ergänzte Schrader.
„Wenn ich ihn bei mir im Institut auf dem Tisch habe“, meldete sich Dr. Schade wieder, „kann ich mehr sagen. Hier am Tatort ist das schwierig. Todeszeitpunkt dürfte so gegen Mitternacht gewesen sein. Plus minus eine Stunde.“
Der Arzt richtete sich auf und blickte sich um.
„Tja, meine Dame und die Herren von der Polizei, wenn sie hier noch viele Spuren sichern wollen, dann wünsche ich Ihnen viel Glück.“
Sprachs, packte seine Tasche, setzte sich in seinen Wagen und brauste Richtung Schwerin davon.
Raschke sah ihm einen Moment lang nach, dann wandte er sich seinem Stellvertreter zu.
„Na, dann fangen wir mal mit der Arbeit an, Kolleginnen und Kollegen. Ihr“, und dabei zeigte er auf die weiß gekleideten KT-Leute, „sichert die Spuren und ihr, Biggi und Schrader, befragt den Zeugen, der den Toten gemeldet hat und schaut euch in der Umgebung um, ob irgendetwas von Bedeutung zu erfahren ist. Ich fahre zum Chef, um einen ersten Bericht abzugeben. Mein Gott, wird der sich freuen.“

 

Ulrich Hinse
Die Petermännchenpuppe
Pinnowkrimi

139 Seiten
Preis: 9,80 EUR
ISBN: 978-3-86394-609-8

101 Seiten, E-Book (EPub, PDF oder Mobi)
Preis: 6,99 EUR
ISBN: 978-3-86394-607-4

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