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Magellans Page (E-Book) Rudi Czerwenka
Magellans Page

289 Seiten, E-Book (EPub, PDF oder Mobi)
Preis: 8,99 EUR
ISBN: 978-3-86394-078-2

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Am 20.September 1519 verließen fünf Karavellen mit 265 Mann an Bord unter dem Kommando des Portugiesen Fernando de Magellan den südspanischen Hafen Sanlucar. Ihr Auftrag war, auf dem Westkurs über den Atlantik eine angeblich schiffbare Passage von Südamerika (die spätere Magellan-Straße) und den Pazifik zu den Molukken, den "Gewürzinseln" vorzudringen und nach deren Annektierung über den Indischen Ozean, das "Kap der Stürme" entlang der Westküste Afrikas heimzukehren.
Unterwegs hatte man jedoch ungewohnte Stürme und Flauten, Hitze und Kälte, Hunger und Durst, bisher unbekannte Krankheiten, Meutereien, Havarien und kriegerische Auseinandersetzungen zu bewältigen.
Als der Rest der Flotte schließlich auf dem kleinsten der Schiffe, der "Victoria", nach 1124 Tagen Seereise am 7. September 1522 wieder im Heimathafen anlegte, befanden sich nur noch 18 Mann an Bord.
Auch Admiral Fernando de Magellan hatte nicht überlebt, im Gegensatz zu seinem Pagen Vasco Gomez Gallego. Der rettete auch das von seinem Freund Antonio Pigafetta sorgfältig geführte Logbuch für die Nachwelt.
Dieses in Teilen erhalten gebliebene Bordbuch und andere Dokumente über die erste Weltumseglung lieferten die Grundlage für das überaus spannend geschriebene Buch.


Leseprobe
Die "San Antonio" war inzwischen tief in die Bucht gesegelt und dort vor Anker gegangen. Cartagenas Lage hatte sich verändert. Vor wenigen Stunden befand sich der größte Teil der Flotte in seiner Hand. Jetzt hatte er nur noch die "San Antonio". Auf dieses Schiff und seine Besatzung konnte er sich verlassen. Aber die Bucht würde ihm zur Falle. Er sah das rettende freie Meer, doch zwischen ihm und dem Ozean lagen die Karavellen Magellans.

Sein Leben war verwirkt, wenn er in die Hand des Admirals fiel. Er musste die Sperre durchbrechen. Seine Leute würden ihn wohlbehalten nach Spanien bringen. Aber hier musste er heraus, und zwar sofort.

Die Nacht begünstigte Cartagenas Plan. Stockdunkel und sternlos war der Himmel. Die Ankerwinden knirschten. Cartagena fluchte über die Geräusche. Er stand am Bug seines Schiffes und starrte in die Nacht. Unter halber Segelfläche gewann die "Antonio" langsam an Geschwindigkeit. Die Buchtausfahrt war nicht zu erkennen, aber das Brausen der Brandung schwoll an. Sie näherten sich dem offenen Meer. Wo steckten Magellans Karavellen? Die Dunkelheit verhüllte leider auch den Feind. Schneller und schneller glitt die große Karavelle durch das Wasser.

Da, unmittelbar vor Cartagena wuchs ein Schatten auf. Das war die "Trinidad", die still auf der Lauer lag. Und dort, ein wenig seitlich davon drohte der Schatten eines zweiten Schiffes. Verflucht! Sie hatten die Ausfahrt versperrt. Was nun?

Ein kleiner Druck aufs Ruder hätte genügt, und die "San Antonio" wäre zwischen den wachenden Schiffen in voller Fahrt hindurchgeschlüpft. Aber Cartagena verlor im entscheidenden Augenblick den Kopf. Seine Befehle überstürzten sich:

"Segel bergen! - Ruder nach steuerbord! - Kanoniere, die Lunten an die Rohre!"

Das Schiff bog scharf nach rechts ab. Aus den Geschützrohren rollte eine Salve in die Nacht, ohne irgendwo Schaden anzurichten; aber das Mündungsfeuer verriet den Standort der "San Antonio".

Der Admiral hatte seine zuverlässigsten Leute auf allen vier Schiffen verteilt, um einer neuen Meuterei vorzubeugen. Vasco musste auf die "Santiago" umsiedeln. DeI Cano, der eigentlich Steuermann der kleinen "Victoria" war, kam auf die "Santiago". Als die Kanonen der Meuterer donnerten, griff Vasco nach seinem Säbel. Das Schiff der Ausreißer glitt genau auf die "Santiago" zu. Ausweichen war nicht mehr möglich. Ein Nahkampf stand bevor. Die Matrosen der "Santiago" duckten sich hinter die Schanzverkleidung. Dann schurrten die Schiffsbäuche seitlich gegeneinander. Mit Gebrüll enterten die Matrosen das Schiff und jagten die Meuterer im Mittelschiff auseinander. Ein Teil von ihnen wurde niedergemacht, andere verkrochen sich unter Deck und wurden dort gefangen, einige schlugen sich zu ihren Kumpanen durch, die auf dem Vorschiff und dem Heck den Ansturm der Gegner erwarteten.


Aus unserem Antiquariat:

Magellans Page Rudolf Wenk
Magellans Page

253 Seiten, Hardcover

Prisma-Verlag Zenner und Gürchott Leipzig
2. Auflage 1959
vergriffen


  
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